Kinderzimmer verdunkeln

Sollte man nachts das Kinderzimmer verdunkeln?

Paul Besser einschlafen 4 Comments

Was gibt es Schöneres, als nach einem anstrengenden Tag auf der Couch zu entspannen. Wenn dann der Nachwuchs auch noch friedlich schläft, ist das Glück perfekt. Das friedliche Schlafen ist jedoch leicht so dahergesagt. Ganz so unproblematisch ist das Einschlafen ja wahrlich nicht immer.

Zum Glück können Babys auch bei Tageslicht bestens schlafen.

Das änderte sich bei uns jedoch schlagartig, als unsere Lilli sieben Monate alt war. Auf einmal konnte sie in ihrem Kinderzimmer nicht mehr gut schlafen. Die Laterne des Gehweges vor ihrem Zimmer, die nachts hineinscheint, wurde auf einmal zu einem riesen Problem. Auch ihr Mittagsschlaf fiel nun bedeutend kürzer aus.

Unsere Befürchtung war daher, dass es im Kinderzimmer nicht dunkel genug zum Schlafen ist. Also haben wir Lilli, zumindest für ihren Mittagsschlaf, fortan zu uns ins Bett gelegt. Unser Schlafzimmer können wir nämlich durch die dunklen Gardinen fast zu 100% abdunkeln. Und so haben wir es dann auch erst mal für einige Zeit gehandhabt.

Bevor wir uns jedoch daran machten, Lillis Zimmer umzugestalten, wollten wir erst einmal abwarten, ob es sich nicht nur um eine Phase handelt.

Immerhin hatte sich Lillis (Schlaf-)Verhalten schon des Öfteren durch Wachstums- oder Entwicklungsschübe verändert. Und da sie meist nach ein paar Tagen wieder „ganz die Alte“ war, wollten wir erst mal schauen, ob sich ihr Schlafverhalten nicht von alleine wieder einrenkt.

Als es nach einer Woche aber immer noch nicht besser wurde, haben wir dann begonnen, uns mit dem Thema Verdunkelung im Kinderzimmer näher zu beschäftigen.

 

Schläft ein Baby in einem dunklen Zimmer besser?

Unsere erste Frage war da: Muss ein Kinderzimmer überhaupt zum Schlafen dunkel sein? Und wenn ja, wie dunkel?

Anfangs haben Babys noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus. Wie auch – sie schlafen ja mehr, als dass sie wach sind. Allerdings entwickeln die Kleinen bereits in den ersten Wochen die Wahrnehmung zwischen hell und dunkel.

Einen Tag-und-Nacht-Wechsel einzuführen, kann dem Kind helfen, einen normalen Schlafrhythmus zu entwickeln. Hierfür muss natürlich ein klarer Unterschied zwischen hell und dunkel – sprich zwischen Tag und Nacht – geschaffen werden. Gerade Familien wie wir, die in der Stadt wohnen, werden hier nachts eventuell nachhelfen müssen.

Da wir im Erdgeschoss wohnen und ein beleuchteter Weg direkt vor unserer Wohnung langführt, ist es nachts einfach zu hell in Lillis Zimmer. Auch zum Mittagsschlaf ist es bei uns in den Zimmern leider sehr hell.

An einer Verdunklung kamen wir also nicht vorbei.

Natürlich heißt abdunkeln nicht, dass es stockdunkel sein soll. Eine kleine Lichtquelle nimmt den Kleinen hier oft die Angst.

 

4 Möglichkeiten, ein Kinderzimmer zu verdunkeln

 

1. Gardinen

Unser erster Gedanke war es, Lillis Kinderzimmer mit Hilfe von Gardinen zu verdunkeln.

Schnell hatten wir uns online für Gardinen in einem schönen rosa entschieden. Alles ausgemessen und dann los… Der nette Verkäufer erklärte uns, was man alles braucht und woran man denken muss: extra lang, mindestens so breit, hier etwas Blei, um die Gardinen zu beschweren, da eine Stange, hier Extrastoff und schon waren wir bei mehreren Hundert Euro. Für ein Fenster!

Nun ja, da haben wir nicht schlecht geguckt. Leider mussten wir auch feststellen, dass es zwar viele schöne und kinderfreundliche Gardinen gibt – keine davon aber wirklich geeignet ist, ein Kinderzimmer zu verdunkeln. Jedenfalls nicht so dunkel, wie wir es gern gehabt hätten.

 

2. Plissees

Also haben wir uns nach Plissees erkundigt – eine weitere Möglichkeit ein Kinderzimmer zu verdunkeln. Da wir in der Innenstadt wohnen, haben wir diese als Sichtschutz sowieso in allen Räumen – auch in Lillis Kinderzimmer. Aber unsere Plissees bieten eben nur Sichtschutz und keine Verdunkelung.

Aber: Es gibt Plissees, die Räume auch verdunkeln!

Diese hätten wir in Lillis Zimmer ja nur gegen die schon vorhandenen Sichtschutz-Plissees ersetzen müssen. Also haben wir wieder mal einen Fachhändler aufgesucht und uns beraten lassen.

Auch hier gibt es an Farben und Verdunklungsgraden eine große Auswahl. Da gelb gut zu Lillis Tapete passt, war die Entscheidung schnell gefallen. Nicht mit kindgerechten Motiven oder Ähnlichem – aber schlicht und dunkel ;) Lilli konnte endlich wieder in ihrem Zimmer schlafen!

Ganz wichtig ist es bei Plissees aber auf den Verdunkelungsgrad zu achten. Bei unserer Firma heißt die höchste Stufe „black-out“.

 

3. Rollos

Neben Gardinen und Plissees wären auch Rollos eine Möglichkeit gewesen, um Lillis Kinderzimmer zu verdunkeln. Jedoch hätten wir hierfür extra Löcher in die Wand bohren müssen und das wollten wir – wenn möglich – vermeiden. Immerhin haben wir ja bereits die Löcher der Plisseebefestigung im Fensterrahmen. Für einen Mehrwert gegenüber Plissees hätten wir die neuen Löcher aber in Kauf genommen.

 

4. Rollläden

Zuletzt wären auch Rollläden eine Alternative gewesen. Diese können von außen vor die Fenster gebaut werden und dann bei Bedarf heruntergelassen werden.

Wir hatten bereits in der Bauphase überlegt, Rollläden einbauen zu lassen – hatten uns letztendlich aber (leider) dagegen entschieden. Unsere größte Sorge war damals, dass die Rollläden nachts, bei unserem oft stürmischen Wind an der Ostsee, klappern würden.

Es gibt übrigens elektrische Rollläden und auch welche, die man mit einem „Seil“ herunterlassen kann. Außerdem hätte uns gut gefallen, dass man sie in verschiedenen Positionen einstellen kann. Einerseits natürlich in der Höhe, sodass man die Rollläden auch mal auf halber Strecke lässt, um sich zum Beispiel vor der Sonne zu schützen. Andererseits kann man sie aber auch runterlassen und die Lamellen dann waagerecht stellen, sodass es vorerst noch nicht ganz dunkel ist.

 

Fazit

Es ist auf jeden Fall sinnvoll das Kinderzimmer so zu gestalten, dass ein klarer Tag-Nacht-Wechsel zu erkennen ist. Gerade Eltern in Städten werden um eine Verdunkelung oft nicht drum herumkommen.

Unserer Lilli hilft ein abgedunkeltes Kinderzimmer auf jeden Fall ungemein beim Schlafen. Sie schläft schneller ein und auch deutlich ruhiger. Ganz stockdunkel ist es dennoch bei ihr nicht.

Als eine Art Nachtlicht und vor allem als Einschlafbegleitung hat Lilli ja die Tranquil Turtle. Zudem hilft ihr ihre Spieluhr ungemein, um sanft einzuschlafen.

Wir sind mit unserer Variante, den Plissees zufrieden. Auch wenn die „black-out“-Variante keine 100%-Verdunkelung bringt, schaffen sie doch eine sehr angenehme Schlafatmosphäre. Beim nächsten Umzug werden wir allerdings Lilli die Wahl lassen, sich auch Rollos, Plissees oder Gardinen mit süßen Kindermotiven auszusuchen :)

 

Wie ist es bei dir? Schlafen deine Kleinen am liebsten im Dunkeln oder stört es sie nicht, wenn es noch etwas hell ist?

Kommentare 4

  1. Das sind wirklich tolle Tipps =) Wir haben zu dem Thema ganz ähnliche Erfahrungen gemacht =) Früher war es unserem Kleinen relativ ,,schnuppe“, wo er eingeschlafen ist und ob es dort hell oder dunkel war. Mittlerweile sind die Ansprüche gewachsen ;) Wenn er extrem müde ist, würde er zwar immer noch in einem hellen Raum schlafen können, aber mittlerweile legen wir ihn zum Mittagsschlaf auf jeden Fall in einen abgedunkelten Raum, da kann er dann auch meist viel länger schlafen und schläft auch schneller ein =) Ein hübsches Nachtlicht ist da wirklich ein guter Begleiter =)

    1. Hallo Katharina,
      oh ja, das mit dem länger schlafen kennen wir nur zu gut. Meist war Lilli dann nach einer halben oder dreiviertel Stunde wach :-/ Es sei denn wir mussten irgendwo hin, dann hat sie geschlafen und geschlafen und geschlafen ;)

      Viele Grüße!

  2. Wir haben auch die Erfahrung gemacht das eine Verdunklung irgendwann notwendig ist. Zum Einen haben wir auch Straßenlaternen, die zwar etwas weiter weg stehen, aber dennoch stören können, und zum Anderen sind die Kids bei nicht verdunkelten Zimmern spätestens mit den ersten Sonnenstrahlen wach, was im Sommer sehr früh sein kann :-)

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