Warum du dein Baby tragen solltest

Warum du dein Baby tragen solltest

Paul Mobil mit Baby 10 Comments

Mit dem Thema „Baby tragen“ wurden wir bereits während Schwangerschaft konfrontiert. Neben einem Kinderwagen wurde uns nämlich auch zu einer Babytrage geraten. Also haben wir sie als Alternative zum Kinderwagen von Anfang an ins Auge gefasst.

Daran, dass das Tragen auch für unsere Lilli gewichtige Vorteile gegenüber dem Liegen im Kinderwagen hat, hatten wir zuerst gar nicht gedacht. Erst nachdem wir uns mit dem Thema näher beschäftigt haben, wurde uns klar, dass es auch für unsere Lilli sehr gut sein würde, getragen zu werden.

Neben der persönlichen Einstellung eine Babytrage oder ein Tragetuch zu nutzen, gibt es nämlich gute Gründe, warum du dein Baby tragen solltest.

Wir haben dir die für uns entscheidenden drei Gründe einmal zusammengestellt.

 

3 Gründe, warum du dein Baby tragen solltest

 

1. Dein Baby ist ganz nah bei dir

Trägst du dein Baby, wird sein Grundbedürfnis nach Nähe und Geborgenheit gestillt. Aus der Schwangerschaft ist es dein Baby gewöhnt, ganz nah bei dir zur sein und deinen Herzschlag zu hören.

Du wirst auch schnell merken, dass dein Baby ruhiger ist und du eine noch engere Bindung zu deinem Schatz aufbaust.

Zudem wurde nachgewiesen, dass Babys, die getragen werden, deutlich weniger weinen und insgesamt ruhiger und ausgeglichener sind.

 

2. Dein Baby zu tragen, fördert die körperliche Entwicklung

Wenn du dein Baby in der richtigen Position trägst, förderst du das Nachreifen der Hüftgelenke. Hierzu ist es wichtig, dass dein Schatz in der Hockstellung sitzt.

Zudem fördert das Tragen die Entwicklung der Rückenmuskulatur und den Gleichgewichtssinn.

 

3. Du bist mobiler als mit Kinderwagen

Aber auch für dich selbst bringt eine Babytrage (oder ein Tragetuch) Vorteile. Sie verschafft dir nämlich eine Menge Mobilität. Du kannst ganz entspannt am Strand oder im Wald spazieren gehen.

Und auch wenn du mal schnell mit dem Auto weg musst, kannst du dir das nervige Ein- und Ausladen des Kinderwagens ersparen.

Bei allen Vorteilen musst du allerdings darauf achten, dass du deinen Schatz in der richtigen Stellung trägst.

Wir haben uns daher mal angeschaut, worauf es beim „Baby tragen“ drauf ankommt.

 

So trägst du dein Baby richtig

Ohne sich mit dem Thema beschäftigt zu haben, ist es fast unmöglich zu wissen, wie man sein Baby richtig trägt. Immerhin gibt es verschiedenste Möglichkeiten, sein Baby zu tragen. Gerade bei einem Tragetuch gibt es unzählige Arten dieses zu Binden.

Wenn wir durch die Stadt gehen, beobachten wir, dass Eltern ihre Babys auf unterschiedlichste Arten tragen:

  • mit dem Gesicht zur Mutter oder zum Vater
  • auf dem Rücken der Eltern
  • auf Mamas oder Papas Hüfte
  • mit dem Gesicht nach vorne

Wir tragen Lilli mit dem Gesicht zu uns. Wenn sie etwas größer ist, werden wir wohl auch mal die Rücken- und Hüftvariante ausprobieren. Der Vorteil bei diesen Tragearten ist, dass dein Baby mehr sehen kann. Vielleicht gefällt es Lilli ja dann noch besser, getragen zu werden.

Wie auch immer du dich entscheidest, so wie im letzten Punkt beschrieben, solltest du dein Baby auf jeden Fall nicht tragen.

 

So solltest du dein Baby nicht tragen

Andere Babytragen bieten allerdings die Möglichkeit, sein Baby mit dem Gesicht nach vorne zu tragen. Für den Laien sieht das nicht nur komisch, sondern irgendwie auch unbequem für das Baby aus. Natürlich wirkt diese Tragehaltung auf uns jedenfalls nicht.

Also haben wir mal etwas zum Thema Tragerichtung recherchiert.

Laut Experten sollte die Tragerichtung immer so sein, dass dein Baby zu dir schaut.

Dr. Inés Brock hat hierzu einen ausführlichen Artikel veröffentlicht. Hier weist sie ganz klar auf die negativen Folgen des nach vorne gerichteten Tragens hin:

Für die körperliche und auch psychische Entwicklung der Kleinkinder ist das nicht nur ungünstig sondern auch gefährdend. Das was allgemein für das Tragen des Kindes spricht wird hierbei konterkariert – verkehrt herum getragen zu werden ist verkehrt!

Das Problem ist nämlich, dass ein Baby in dieser Position in einer anatomisch falschen Haltung ist. Die Wirbelsäule von Babys hat noch keine ausgereifte Doppel-S-Form. Daher haben Babys das Bedürfnis, sich beim Tragen nach vorne zusammenzurollen. Schaut ein Baby beim Tragen nach vorne, ist das jedoch nicht möglich.

Aber auch der Blickkontakt zu Mutter oder Vater sind beim Tragen gerade am Anfang ein wichtiger Aspekt in der psychischen Entwicklung. Trägst du dein Baby, ist der Abstand von ca. 20-30cm zwischen euch ideal – denn genau aus dieser Entfernung kann ein Baby seine Umgebung am schärfsten sehen.

Dein Baby sollte beim Tragen also immer zu dir schauen!

 

Unsere Babytrage

Natürlich braucht es für das richtige Tragen auch die richtige Babytrage bzw. ein gutes Tragetuch.

Angefangen haben wir mit der Babytrage Manduca. Etwas später haben wir zusätzlich auch noch ein Tragetuch gekauft.

Normalerweise hätten wir uns mit allen möglichen Marken und Modellen beschäftigt, um nach langem Suchen die passende Babytrage für uns zu finden. Dieses Mal war es aber viel einfacher. Wir sind einer Empfehlung von Freunden gefolgt, die bereits viel Positives von Manduca gehört hatten (ja, die gleichen, die uns auch unseren Kinderwagen empfohlen haben).

Aber auch unsere Hebamme hat Manduca empfohlen. Unsere Entscheidung war also gleich doppelt von „Experten“ abgesichert :)

Und dass wir der Empfehlung gefolgt sind, bereuen wir keineswegs. Im Gegenteil. Wir freuen uns über unsere Manduca jedes Mal, wenn wir sie benutzen.

Mittlerweile haben wir uns auch ein Tragetuch – eine Manduca Sling – gekauft. So können wir spontan entscheiden, worauf wir mehr Lust haben.

Paul nimmt ausschließlich die Babytrage und Lisa wechselt zwischen Tragetuch und Manduca.

 

Warum wir uns für Manduca entschieden haben

Wie ein Schluck Wasser.

So hängen viele Babys in ihren Babytragen und werden von ihren Eltern durch die Gegend gewackelt.

Genau das möchten wir unserer Lilli nicht zumuten und sind daher froh eine Manduca-Babytrage zu haben. Hier wird dein Baby optimal unterstützt.

Die Beine werden automatisch in die Anhock-Spreiz-Stellung gebracht, die Trage geht mindestens bis in die Kniekehle, der Rücken wird gestützt und das Baby kann die Last vom Rücken auf den Po abgeben. Die Hüfte wird optimal gespreizt und der Neugeboreneneinsatz ermöglicht es auch die kleinsten Babys zu tragen.

Die Manduca ist auch sehr leicht einstellbar und hat viele Gurte zum enger (oder locker) machen. So kann man alles auch sehr schnell auf einen anderen Träger einstellen.

Toll ist auch, dass du dein Baby (wenn es etwas älter ist) auch auf dem Rücken tragen kannst. So hast du noch mehr Freiheit und dein Baby eine tolle Aussicht. Die Gurte der Manduca können auch so eingestellt werden, dass du seitlich auf der Hüfte tragen kannst. So hat dein Baby eine bessere Sicht, aber du bist trotzdem nah bei ihm und kannst deinem Schützling besser helfen, wenn er dich braucht.

Sicher gibt es auch viele andere Hersteller, die ganz tolle Babytragen anbieten. Nur haben wir mit solchen noch keine Erfahrung gemacht. Wenn du eine auch tolle Babytrage hast, würden wir uns über einen Hinweis in den Kommentaren sehr freuen.

Neben den guten gibt es gibt aber leider auch unzählige ganz schreckliche Modelle. Da hängen die Beine gerade nach unten – was schädlich für die Hüfte ist – oder das Baby guckt nach vorn oder, oder, oder…

Achte beim Kauf also darauf, dass du dich für eine ergonomische und bequeme Babytrage entscheidest.

 

Warum wir uns auch noch ein Tragetuch gekauft haben

Obwohl wir bereits eine Babytrage hatten, haben wir uns trotzdem noch ein Tragetuch gekauft. Auch hier sind wir aufgrund unserer guten Erfahrungen Manduca treu geblieben und haben uns für eine Manduca Sling entschieden.

Auch mit dem Tragetuch sind wir sehr zufrieden. Anfangs ist das Binden etwas ungewohnt aber sobald man sich mit der Bindetechnik des Tuchs eingefuchst hat, sitzt es bombenfest und ist super bequem.

Das Binden eines Tragetuchs ist aber definitiv komplizierter als sein Baby in eine Babytrage zu setzen. Zum Tragetuch gab es zwar eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. So ganz schlau wurden wir daraus jedoch nicht.

Also haben wir im Internet nach Bindetechniken gesucht. Genauer gesagt bei YouTube. Mit nur wenigen Klicks findest du unzählige Videos zu dem Thema. Schaue dir einfach verschiedene Techniken an und entscheide für dich, welche Variante dir am besten gefällt.

Wir haben verschiedenste Bindetechniken ausprobiert und müssen sagen, dass wir keinen klaren Favoriten haben.

Auch wenn uns das Tragetuch gut gefällt, müssen wir ganz klar sagen, dass Lilli in der Babytrage einfach schneller sitzt. Eine Schnalle hier, eine Schnalle da, noch etwas fester ziehen und fertig.

Trotzdem verschafft das Tuch  irgendwie eine andere, gewisse intimere Nähe zu deinem Baby. Es ist einfach noch dichter an dir dran. Es fühlt sich anders an Lillis Rücken zu streicheln und es ist einfach weicher als die Babytrage. Es ist einfach ein schönes Tragegefühl :)

 

Unser Fazit

Wenn du dich dazu entscheidest dein Baby zu tragen, triffst du mit einer Manduca Babytrage oder einer Manduca Sling unserer Meinung nach die richtige Wahl.

Natürlich sind auch andere Tragen gut, aber du muss dich genau informieren, damit du deinem Baby nicht schadest.

Sein Baby zu tragen ist aber einfach toll!

Du hast dein kleines Wunder ganz dicht bei dir, weißt, dass es ihm gut geht, hörst es, siehst es, riechst es und es ist so schön kuschelig. Noch viel besser ist aber, dass du deinem Baby helfen kannst seine eigene Last etwas anders zu verteilen und diese eben mal nicht über den Rücken abzugeben.  Außerdem hilfst du deinem Schatz zu entspannen und du förderst die richtige Hüftstellung.

Ob du dich nun für eine Babytrage oder ein Tragetuch entscheidest, musst du für dich selbst herausfinden.

Wir haben beides und finden es sehr schön, die Möglichkeit zu haben, zwischen den zwei Modellen zu wechseln.

Deine Hebamme kann dir sicher auch helfen und noch nützliche Tipps zum Tragen und Binden des Tuchs geben. In einigen Städten gibt es  auch Trageberaterinnen – hier kannst du verschiedene Modelle testen und dir wertvolle Tipps holen, bevor du etwas kaufst.

 

Trägst du dein Baby auch oder ist das nichts für dich? Hast du vielleicht eine andere Babytrage und kannst uns dazu etwas sagen?

 

Kommentare 10

  1. Hallo Lisa und Paul,
    sehr schöner Artikel zum Thema Tragen!!! Auch ich trage meinen kleinen Mann liebend gerne mit der Manduca durch die Gegend. Auch im Haushalt mit 2 Kindern ist die Manduca einfach perfekt. Bei Hausarbeit trage ich Julian immer auf dem Rücken, damit ich meine Hände frei habe.

    Als weiterführende Literatur kann ich dir dieses Buch empfehlen: „Ein Baby will getragen werden“ von Evelin Kirkilionis.

    Grüße,
    Franziska

    1. Hallo Franziska,
      schön zu hören, dass du auch ein Manduca-Fan bist :)
      Vielen Dank für den Buch-Tipp! Da schauen wir gleich mal nach…
      Liebe Grüße

  2. Ich bin eher etwas skeptisch was das Tragen angeht. Erst vor kurzem habe ich gelesen dass es bei falscher Haltung (was meiner Meinung nach in vielen Fällen die ich sehe der Fall ist, denn die kleinen Würmchen sehen meist aus wie ein Schluck Wasser in der Kurve) schnell zu dauerhaften Rücken- und Haltungsschäden kommt. Außerdem sollen die kleinen Würmchen erst zum häufigen Tragen geeignet sein wenn sie etwa 7 Monate alt sind, bzw. dann wenn sie in der Lage sind am großen Zeh zu lutschen, weil dann die Rückenmuskulatur schon stark genug ist.

    Bei der (noch) kleinen haben wir es mit tragen probiert, funktionierte aber eher schlecht als recht. Ich lasse mich allerdings auch gerne eines Besseren belehren und werde mich zu dem Thema aber auf jeden Fall bei meiner Hebamme schlau machen bevor im August unser 3. Zwerg das Licht der Welt erblickt :-)

    1. Hallo Tanja,
      die Hebamme ist da auf jeden Fall der richtige Ansprechpartner.
      Ich glaube auch, dass man für sich selbst ein gutes Gefühl beim Tragen haben muss. Am allerwichtigsten ist es natürlich, dass es den Kleinen gutgeht!
      Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute für die Geburt im August :)
      Liebe Grüße

    2. Unsere Hebamme meinte dazu nur: „Was denkt Ihr wie die ersten Menschen es gemacht haben?“
      Tragen ist vom ersten Tag an sehr wichtig. Und solange man auf die richtige Haltung der Beinchen achtet gibt es keine Schäden.
      Unser Sohn hat uns zu verstehen gegeben wie er in der Trage sitzen muss. Hebt man das Kind an und drückt es an sich, macht es automatisch den Rücken krumm und winkelt die Beine an. Diesen Instinkt haben Sie noch aus der Zeit als wir ein Fell hatten. Die Babys haben sich in der Haltung an der Mutter festgehalten während Sie auf der Hüfte saßen.
      Zwingt man das Baby in eine andere Haltung, gibt es lautes Geschrei.

  3. Hallo Lisa,
    ich bin auch eine absolute Trage-Fan-Mama!! Ich hatte im Internet eine tolle Seite gefunden mit Tragetüchern ohne Binden.( http://www.babytuch.com ) tolle Farben und der Preis ist wirklich gerechtfertigt. Darin konnte ich sie schon als Neugeborene tragen. Das mit den langen Bindeschals hab ich im Vorbereitungskurs schon nicht leiden können.

    Ich wurde und werde ganz oft noch schief angeschaut weil ich meine Tochter (jetzt 4 Monate alt) sehr viel bei mir hab – ist mir aber egal – Ihr gehts gut damit und das ist die Hauptsache. Ich hab irgendwie das Gefühl sie fühlt sich sicher, sie weint wenig – einfach ein zufriedenes Baby!

    Für alle Mamas – nutzt die Zeit so oft und nah wie möglich (wenn euer Baby das mag) bei ihm zu sein!

    Liebe Grüße

  4. Wir haben die ergo Baby 360 grad, diese Tragetasche ist ähnlich wie die manduca… bin sehr zufrieden 👍🏻Liebe Grüße

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