Kamera für Babyfotos

Wie du die perfekte Kamera für Babyfotos findest

Paul Familienleben 14 Comments

Jeder möchte schöne Fotos von seinem Baby haben. Selbst der größte Fotomuffel wird zum begeisterten Hobbyfotografen, sobald er ein Baby hat :) Da ist es nicht verwunderlich, dass viele werdende (oder frisch-gebackene) Eltern auf der Suche nach der richtigen Kamera für Babyfotos sind.

Wenn es besonders tolle Fotos werden sollen, kann man natürlich auch ein Fotoshooting bei einem Fotografen buchen. Nicht ohne Grund gibt es Fotografen wie Sand am Meer, die sich auf Babyfotografie spezialisiert haben. Die Nachfrage ist bei mehr als 680.000 Geburten im Jahr riesig.

Ein professionelles Fotoshooting hat natürlich seinen Preis – aber Qualität kostet nun einmal. Wenn du aber auch schöne Bilder vom täglichen Leben mit deinem Schatz machen möchtest, musst du zwangsläufig selbst als Hobbyfotograf tätig werden.

Früher oder später kommen daher die meisten Eltern an den Punkt, sich nach Fotokameras zu erkunden. Der Weg führt dann meist in den nächsten Elektronikfachmarkt oder zu Amazon.

Ohne zu wissen, welche technischen Aspekte deine neue Kamera gerade für Babyfotos haben sollte, bist du jedoch schnell verloren. Oder noch schlimmer: Du lässt dir von einem verkaufstüchtigen Berater irgendeine Kamera aufquatschen, die entweder zu schlecht oder zu teuer oder gar beides ist.

 

Was brauche ich für eine Kamera, um tolle Babyfotos machen zu können?

Grundsätzlich können wir uns ja die Frage stellen, ob es sich überhaupt lohnt, etwas mehr Geld für eine gute Kamera auszugeben.

Wenn man den vielen selbst ernannten semi-professionellen Fotografen glaubt: Nein.

Immerhin kommt es nicht auf die Kamera, sondern auf den Fotografen an. Das hört man ja an jeder Ecke. Und das ist totaler Quatsch. Sicher kommt es auch auf die Komposition des Bildes und das „Auge des Fotografen“ an – aber eben auch auf die Kamera :)

Sicher wird ein Fotograf mit der gleichen Kamera im Durchschnitt bessere Bilder machen als man selbst. Wäre ja auch schlimm, wenn es anders wäre.

Fakt ist aber: Ohne eine vernünftige Kamera ist es verdammt schwer, tolle Fotos zu machen. Nicht ohne Grund nutzen Fotografen sehr teure Kameras, wie die Canon EOS 5D, Nikon D800 oder Sony Alpha 99.

Natürlich kann man auch super Fotos mit dem Smartphone machen – einige unserer süßesten Bilder von Lilli sind mit dem iPhone entstanden – mit einer guten Kamera wären diese Bilder aber um Welten besser geworden.

Was du daher brauchst, ist eine Spiegelreflexkamera. Hiermit bekommst du die beste Bildqualität und du kannst je nach Situation verschiedene Objektive anbringen. Sie muss ja zum Glück nicht so teuer wie eine Profikamera sein. Auch zu moderaten Preisen kriegt man schon sehr gute Kameras.

 

Darauf musst du beim Kauf achten

Eine Kamera muss für Babyfotos ganz bestimme Eigenschaften haben. Bei allen Punkten gehen wir hier von Alltagssituationen aus. Es geht natürlich immer besser, immer größer, immer teurer… Aber wir bleiben mal realistisch und schauen uns keine Profiausrüstungen an ;)

Was deine Fotos wirklich gut macht, sind drei Dinge. Auf diese solltest du beim Kauf achten.

 

1. schneller Autofokus

Leider halten Babys selten still – außer in den ersten Wochen. Sie sind ständig in Bewegung. Eine schnelle Kopfbewegung reicht bereits, damit das Foto unscharf ist.

Mit das Wichtigste für scharfe Babyfotos ist daher ein schneller Autofokus. Das heißt, dass die Kamera das Objekt (also unser Baby) möglichst schnell „scharf stellt“. Möglichst schnell heißt hier sofort.

Zudem muss die Verschlusszeit entsprechend kurz gewählt werden. Aber das macht eine Kamera in Automatik-Programmen von selbst.

 

2. guter Bildsensor

Ein guter Bildsensor ist in unserem Fall ein großer Bildsensor. Je größer der Bildsensor, desto größer ist auch jeder Bildpunkt. Und das führt im Endeffekt zu schärferen Fotos.

Der größte Bildsensor ist ein Vollformat-Sensor. Und den wählst du ganz bewusst nicht. Er ist nämlich teuer. Verdammt teuer! Und er zieht weitere kostspielige Investitionen (z.B. für sehr hochwertige Objektive) mit sich.

Der Bildsensor, nach dem du daher suchen solltest, ist ein APS-C-Sensor. Den Hinweis auf diesen Sensor findest du schnell bei den technischen Angaben der Kamera. Etwas weiter unten stellen wir dir ein paar Kameras vor, mit denen du tolle Babyfotos machen kannst – alle haben einen APS-C-Sensor.

 

3. lichtstarke Objektive

Du fragst dich vielleicht, was ein lichtstarkes Objektiv sein soll. Das ist ganz einfach erklärt…

Ein lichtstarkes Objektiv kann die Blende weit öffnen – lässt also mehr Licht in die Kamera. Man spricht hier auch oft von schnellen Objektiven. (Schnell daher, weil mehr Licht kürzere oder schnellere Verschlusszeiten bedeuten)

Das ist gleich in zweierlei Hinsicht wichtig:

  1. Die Bildqualität ist bei schlechten Lichtverhältnissen besser.
  2. Du kriegst den Hintergrund so schön verschwommen hin, sodass nur dein Baby im Fokus ist (ganz wie bei professionellen Fotografen eben).

Der Nachteil bei solchen Objektiven ist der Preis. Ein normales Objektiv sollte eine Lichtstärke von ca. 1/4.0 haben. Die Angaben hierzu findest du übrigens vorne auf dem Objektiv neben der Linse.

Bessere Objektive haben eine Lichtstärke von 1/2.8. Je kleiner die Zahl hinter 1/ desto höher die Lichtstärke, aber eben auch desto höher der Preis.

 

Diese Dinge braucht hingegen kein Mensch

Genauso, wie du auf manche Dinge besonders achten musst, kannst du andere Aspekte getrost vernachlässigen. Sie bringen dir nämlich rein gar nichts.

Das ist aber manchmal gar nicht so leicht, denn komischerweise sind gerade die blumigen Werbebotschaften auf für uns oft unwichtige Eigenschaften ausgerichtet ;)

Wir konzentrieren uns bei der Auswahl der Kamera daher auf den Autofokus, den Bildsensor und das Objektiv.

Folgende blumige Werbeversprechen lassen wir hingegen ganz an uns abperlen…

 

1. Megapixel

Los geht es bei der Anzahl der Megapixel – also die Pixeldichte, die auf dem Bildsensor gespeichert werden kann. Hier heißt die Strategie der Hersteller seit Jahren mehr, mehr, mehr… Leider investierst du hier in etwas, was deine Bilder nicht besser macht.

Ganz unwichtig sind Megapixel natürlich nicht. Mehr als 12 Mio. Pixel brauchst du jedoch nicht. Wenn eine Kamera mehr Megapixel hat, ist das natürlich nicht schlimm – sich für eine Kamera aufgrund von 20 Mio. Megapixel oder sogar mehr zu entscheiden, macht aber absolut keinen Sinn.

Da können wir das Geld wesentlich sinnvoller investieren. Beispielsweise in Objektive – denn die machen einen riesen Unterschied!

 

2. digitaler Zoom

Gerne wird auch der Zoom als Verkaufsargument angebracht. Es geht also darum, wie dicht du das Objekt „heranholen“ kannst.

Besonders lustig ist das Anpreisen des digitalen Zooms. Das ist nämlich eigentlich gar kein Zoom, denn das Bild wird hier lediglich digital größer gemacht. Das ist genauso, als ob du am Computer mit der Lupe ins Bild zoomst.

Es verschlechtert nur die Qualität des Bildes und wird in der Kamera eigentlich gar nicht gebraucht. Man kann es ja wie gesagt auch nachträglich am Computer machen ;)

Optischer (also richtiger Zoom vergleichbar mit einem Fernglas) ist schon interessanter. Allerdings sind Objektive mit viel Zoom meist nicht lichtstark und genau das wollen wir bei unserem Objektiv ja haben (siehe oben).

 

Diese Kameras können wir dir empfehlen

Nach dem ganzen technischen Kram ist nur noch die Frage, welche Kameras sich konkret für unsere Zwecke anbieten.

Vorweg muss man festhalten, dass es keine Kamera gibt, die für alle Situationen perfekt geeignet ist. Es ist immer ein Abwägen zwischen Leistung, Gewicht und Preis. Das perfekte Gleichgewicht muss jeder für sich selbst finden.

Der nächste Punkt ist die Marke. Bei Kameras haben die meisten eine Lieblingsmarke. Selbst Neueinsteiger haben oft bereits eine Marke, die sie irgendwie sympathisch finden :)

Das ist auch völlig ok, denn alle großen Hersteller haben tolle Kameras im Angebot.

Unser Favorit ist beispielsweise Sony. Wir hatten aber auch bereits Kameras von Canon und Nikon, mit denen wir auch sehr zufrieden waren. Der Grund, warum wir mittlerweile ganz bei Sony gelandet sind, ist die Größe. Sony bietet zurzeit als einziges super kompakte spiegellose Kameras an, die den großen Spiegelreflexkameras in nichts nachstehen.

Trotzdem haben wir einmal unsere Favoriten der großen drei Hersteller rausgesucht. Denn wie gesagt, die Marke spielt absolut keine Rolle.

Die Reihenfolge der Kameras ist übrigens zufällig gewählt und stellt kein Ranking dar ;)

 

1. Canon

Aus dem Hause Canon würden wir uns für die Canon EOS 700D entscheiden. Neben einem guten Preis und sehr guter Bildqualität bietet die Kamera einen komfortablen Touchscreen.

Das Angebotene 18-55mm Objektiv reicht fürs Erste auf jeden Fall aus. Alternativ bietet das 18-135mm noch mehr Zoom – kostet aber auch deutlich mehr.

 

2. Nikon

Nikon hat eine ganze Reihe an Kameras im einsteigerfreundlichen Preisbereich. Unser Favorit ist hier die Nikon D5200. Die Bildqualität ist wirklich sehr gut. Einzig der Autofokus könnte etwas schneller sein. Allerdings empfinden wir ihn auf jeden Fall gut genug, um Baby- bzw. Kinderfotos zu machen.

 

3. Sony

Bei Sony würde unsere Wahl mit der Sony Alpha 6000 auf keine Spiegelreflexkamera, sondern eine spiegellose Kamera fallen. Sie bietet neben einem hervorragenden Autofokus eine rasante Serienbildfunktion.

Der große Vorteil bei der Sony Alpha 6000 ist ihre Größe – sie ist nämlich viel kleiner als herkömmliche Spiegelreflexkameras. Dadurch kannst du sie überall dabei haben. Einziger Minuspunkt ist die schlechte Akkuleistung. Ein Ersatzakku ist da Pflicht.

Bei uns ist sie bereits ganz oben auf dem Wunschzettel :)

Als Alternative können wir die Sony Alpha 5000 empfehlen. Die hat etwas weniger Megapixel (aber noch mehr als genug) und feuert nicht ganz so viele Bilder in Serie, ist dafür aber auch ca. 300 € günstiger!

 

Fazit

Es ist gar nicht so leicht, die richtige Kamera zu finden. Preislich gibt es nach oben keine Grenzen. Fotografieren kann ein ganz schön teures Hobby sein. Da erscheinen einem die Honorare von professionellen Fotografen gleich gar nicht mehr so überteuert.

Aber es muss nicht so teuer sein, wenn man genau weiß, was einem wichtig ist.

Langfristig lohnt es sich unserer Meinung auf jeden Fall, in eine gute Kamera zu investieren. Es muss ja keine Profi-Kamera sein. Über schöne Fotos von deinen Kindern wirst du dich aber ein Leben lang freuen.

Damit deine neue Kamera auch für Baby- bzw. Kinderfotografie geeignet ist, solltest du auf folgende Dinge achten:

  1. schneller Autofokus
  2. guter Bildsensor
  3. lichtstarke Objektive (wenn möglich mindestens 1/4.0)

 

Neben allen technischen Daten finden wir es auch immer wichtig, eine Kamera mal in der Hand gehabt zu haben. Jede Kamera hat einen anderen Schwerpunkt, andere Materialen und ein anderes Design.

Am allerwichtigsten es ist aber, dass du deine Kamera magst liebst und gern mit ihr fotografierst. Denn wenn sie nur zu Hause im Schrank liegt, bringt auch die beste Technik nichts ;)

 

Hast du dich auch schon mit dem Thema Fotografie beschäftigt? Welche Kamera nutzt du?

Kommentare 14

  1. Sehr gute und hilfreiche Zusammenfassung :) Echt erstaunlich, wie so viele spätestens als frischgebackene Eltern das Fotografieren für sich entdecken :D

    Wir hatten uns nach der Geburt unseres Sohnes eine Sony Alpha 58 gekauft. War für uns ein guter Kompromiss zwischen ,,Schnäppchen“ und einer Qualität mit der wir (vorerst) sehr zufrieden sein können :) Natürlich wäre eine noch teurere Kamera noch besser gewesen ;) Aber als Einsteigermodell finden wir sie trotzdem toll :) Hatten sie auch erst bei Freunden, die sie bereits hatten, getestet. Ich kann generell bei Kameras schlecht einfach nur online bestellen anhand der Daten. Wenigstens einmal direkt im Laden in der Hand halten ist auch meiner Meinung nach wirklich hilfreich :)

    1. Was für ein Zufall, unsere Kamera bei Lillis Geburt war der Vorgänger von eurer Kamera – die Sony Alpha 57 :)
      Die ist sicher keine schlechte Wahl und vor allem preislich top – nur war sie uns dann doch etwas zu schwer…

      Liebe Grüße

  2. Sehr interessant. Ich habe mich noch nie mit Kameras beschäftigt und das gehört auch zu den DIngen, die ich nicht unbedingt machen will =) Umso hilfreicher finde ich diesen Artikel und falls ich jemals wieder etwas Geld übrig haben sollte (Yetin=Geldfressmaschine!) steht der Austausch meiner Digicam gegen ein etwas professionelleres Objekt an.
    LG

  3. Ich kann noch Kameras von Olympus empfehlen. Gerade die aktuelle OMD Serie macht richtig viel Spaß beim Fotografieren unserer Tochter (jetzt 9 Monate).
    Der Vorteil: Sie ist sehr klein und dennoch top ausgestattet. Hat einen sehr guten Sensor und die lichtstarken Objektive sind auch erschwinglich.
    Vor allem aber das im Vergleich sehr geringe Gewicht gefällt mir, da ich die Kamera dadurch einfach immer dabei habe.
    Empfehlung: OMD EM1 mit einem 17 1.8 Objektiv. Absolut top!

    1. Hallo Jan,
      auch wenn wir persönlich mit Olympus noch keine Erfahrungen haben, haben wir bislang nur Gutes gehört.

      Vielen Dank für deinen Tipp!

      Liebe Grüße,
      Lisa

  4. Deine Tipps sind nicht falsch. Aber du hast etwas wichtiges vergessen ;-). Einen Fotokurs bevor das Baby da ist. Also so lange man noch Zeit hat. Ich selber bin Mami von zwei mittlerweile schon großen Kindern und so eine – semiprofessionelle Fotografin .
    Auch gebe ich Anfängerkurse und keinem nutzt ein Lichtstarkes Objektiv wenn man nicht damit umgehen kann. Genau so wenig nutzt ein schneller Autofokus wenn man nicht weiß, dass man diesen für bewegte und unbewegte Motive anders einstellen muss.
    Vielleicht diese kleine Ergänzung noch, dann kann ich deinen Tipps zustimmen.

    1. Hallo Barbara,

      danke für deinen Beitrag. Allerdings geht der Artikel ja um die „richtige“ Kamera zu finden, und nicht, wie man das perfekte Foto macht ;)

      Liebe Grüße

  5. Hallo Lisa, ich hab gerade deinen Empfehlungen gelesen. Was sagst du zu der Nikon Coolpix L840? – Die wurde mir empfohlen (ich kenne mich leider gar nicht mit Kameras aus). Sie würde aber preislich besser passen. :)

    1. Hallo Katharina,

      mit der Nikon Coolpix L840 haben wir noch keine Bilder gemacht. Habe mir die Daten gerade mal angeschaut.

      Positiv ist sicher, dass sie einen großen optischen Zoomberereich abdeckt. Allerdings lässt sich das Objektiv nicht wechseln.

      Als Einsteiger- und Allroundkamera würde ich sagen, ist sie aber sicher gut geeignet.

      Liebe Grüße

  6. Hallo Lisa,

    Ich habe eine Nikon D7200 und liebe es zu fotografieren.
    Ich fotografiere gerne Babys drinnen und mich interessiert es, welches Objektiv sich dazu am besten eignet?
    Könntest du mir einen Rat geben?
    LG Agnes

    1. Hallo Anges,

      da wir aktuell mit der Sony a6000 und der Sony a7rii fotografieren, haben wir keine Nikonobjektive.

      Wir haben uns aber einmal bei Amazon umgeschaut und würden das Nikon AF-S Nikkor 50mm 1.8 probieren, da es lichtstark ist, sehr gute Bewertungen hat und preislich nicht zu teuer ist.

      Liebe Grüße

  7. Moin Lisa,

    ich finde deine Tipps sehr hilfreich… Vielen Dank schonmal dafür!
    Wir sind jetzt, da wir in Kürze Nachwuchs erwarten, dabei uns erstmalig eine gute Kamera zuzulegen und liebäugeln mit einer der Sonys alpha 5000/5100/6000. Welches Objektiv benutzt ihr bzw. welches würdet ihr für diese Kameras empfehlen?

    Lieben Gruß

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